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Hauptthema: Menschen und die Wirtschaft in Corona-Zeiten

21.12.2020

Hauptthema:

Unser Hauptthema Menschen und die Wirtschaft entspringt einer Reihe von wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Eckpunkten der anhaltenden Krisensituation. Wir wollen weder Richter, noch Fachjury und schon gar kein Facharzt sein. Wir möchten lediglich die Fakten vergleichen und Schlussfolgerungen auf einer gesunden WERTE Basis ziehen.

 

In dem ersten Teil "Wen retten wir? Die Menschen oder die Wirtschaft?" gehen wir grundlegend auf die bisherigen Fakten und Umfragenauswertungen ein. 
Als abschließenden Teil daraus laden wir zu einer Podiumsdiskussion mit Personen aus dem öffentlichen Leben, der Industrie, dem Einzelhandel und der Politik ein.


Hinweis: Alle unten aufgeführten Grafiken und Textinhalte aus offiziellen Medien werden mittels Quellenangabe markiert. Hierzu übernehmen wir keine Haftung der Richtigkeit.

Bruttoinlandsprodukt (BIP) / Wirtschaftswachstum

Wirtschaftliche Auswirkungen

Statistiken mit Bezug zu COVID-19

Langfristige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland

In der deutschen Nachkriegsgeschichte hat es seit 1950 bisher sechs Rezessionsphasen gegeben. Diese lassen sich vereinfachend an negativen jährlichen Veränderungsraten des preisbereinigten BIP festmachen. Nach einer Zeit ungebrochener Hochkonjunktur seit 1950 mit Wachstumsraten bis zu 12,1 % endete 1967 das deutsche "Wirtschaftswunder" mit der ersten Rezession in der Bundesrepublik Deutschland. Die folgenden Wachstumsphasen bis zur deutschen Vereinigung wurden nur durch die Rezessionen 1975 und 1982 unterbrochen, die durch die beiden Ölkrisen ausgelöst wurden. Nach dem Fall der Mauer erlebte die vereinigte Bundesrepublik ihre erste gesamtdeutsche Rezession im Jahr 1993. Die Weltwirtschaft war infolge des zweiten Golfkrieges in einen globalen Wirtschaftsabschwung gedrängt worden, der in Deutschland durch die Sondersituation der Vereinigung erst verzögert ankam. Eine weitere Rezession zeigte sich im Jahr 2003 nach dem Platzen der sogenannten Internetblase und durch die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001. Der stärkste wirtschaftliche Einbruch seit der Gründung der Bundesrepublik war der massive Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 5,7 % im Jahr 2009 im Rahmen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.
Quellenangaben: https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Wirtschaft/kontextinformationen-wirtschaft.html#BIP


Jahresgutachten 2020 Sachverständigenrat

Die pandemiebedingte Rezession überwinden

(2) Die Corona-Pandemie führte in Deutschland zum stärksten Einbruch der Wirtschaftsleistung in einem Quartal seit Beginn der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im Jahr 1970. Aufgrund der kräftigen Erholung über den Sommer dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer Zuwachsrate von ‑5,1 % auf das gesamte Jahr 2020 gesehen ungefähr so stark zurückgehen wie im Jahr 2009 während der globalen Finanzkrise. Es ist zu erwarten, dass sich die Erholung mit einem Wachstum von 3,7 % im kommenden Jahr verlangsamt fortsetzen wird. ZIFFER 45 Das Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019 dürfte allerdings nicht vor Anfang des Jahres 2022 erreicht werden. Für die weitere Entwicklung bleiben das Infektionsgeschehen und die daraufhin getroffenen Einschränkungen entscheidend. In der Prognose geht der Sachverständigenrat davon aus, dass das Infektionsgeschehen mit begrenzten Eingriffen unter Kontrolle gehalten werden kann, dafür kein umfangreicher Shutdown wie im Frühjahr 2020 notwendig ist und die internationalen Lieferketten nicht wesentlich gestört werden. ZIFFERN 45 FF. Bedeutsam für die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie ist eine klare Kommunikation der Politik, etwa hinsichtlich der jeweiligen Kriterien, nach denen neue Einschränkungen getroffen oder aufgehoben werden. ZIFFERN 184 FF.

(3) Die Entwicklung im Ausland spielt eine wichtige Rolle. In China schreitet die wirtschaftliche Entwicklung zwar wieder schnell voran, und im Zuge der wirtschaftlichen Erholung konnten die USA und der Euro-Raum im 3. Quartal ein starkes Wachstum des BIP verzeichnen. ZIFFERN 19 UND 29 Nun dürfte sich das Erholungstempo jedoch wieder merklich abschwächen. Für das Jahr 2020 erwartet der Sachverständigenrat für den Euro-Raum einen Rückgang des BIP um insgesamt 7,0 %. ZIFFER 42 Die großen Mitgliedstaaten Spanien, Italien und Frankreich sind dabei unter den am stärksten betroffenen Staaten im Euro-Raum. ZIFFERN 42 FF. Im Jahr 2021 dürfte die Zuwachsrate des BIP im Euro-Raum mit 4,9 % wieder positiv ausfallen. Angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens bestehen jedoch erhebliche Abwärtsrisiken für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft.

Die Industrieproduktion erholt sich schneller als in der Finanzkrise.

Die Digitalisierung hilft in vielen Bereichen, die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. ZIFFERN 545 FF. So konnten viele Unternehmen durch einen technologiegestützten Wechsel ins Homeoffice ihren Geschäftsbetrieb trotz Abstands- und Hygieneregeln aufrechterhalten. Gleichzeitig hat die Pandemie Defizite in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, des Gesundheitswesens und des Bildungssystems aufgezeigt. Im Gesundheitswesen könnte ein rascher Ausbau der Digitalisierung in den kommunalen Gesundheitsämtern genutzt werden, um Meldewege effizienter zu gestalten und somit eine schnellere Informationsübermittlung zu ermöglichen, die bei der Bekämpfung der Pandemie erhebliche Vorteile verspricht. Der zielgerichtete Einsatz digitaler Technologien könnte dazu beitragen, im weiteren Verlauf der Pandemie erneute Anstiege der Infektionszahlen einzudämmen. ZIFFERN 186 UND 546 FF.

Das Produktivitätswachstum geht in Deutschland seit mehreren Jahrzehnten zurück. Der technologische Wandel und insbesondere die Digitalisierung führen durch neue Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse zu tiefgreifenden Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur und auf dem Arbeitsmarkt.
Quellenangaben: https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/jahresgutachten-2020.html


Eine soziale Veranschaulichung:
Wenn eine Krise auf die Gesellschaft trifft

"Meiner Meinung nach ehrlich, direkt und auf den Punkt gebracht. Wer suchet - der findet! Nur mit den richtigen Schlagwörtern bekommt man das unverblümte Ergebnis von Experten. Die Fachfrauen/Fachmänner rund um die Helmholtz-Gemeinschaft beschreiben sehr anschaulich was mit der Gesellschaft in der aktuellen Krisenlage passiert und wie man dagegen ansteuern kann. Der Artikel stammt aus der Anfangsphase des COVID 19 zu Beginn diesen Jahres." Christine Radetzky, Beirätin des WEMID e.V.

Wie verändert die Coronakrise unsere Gesellschaft?

Die COVID-19-Pandemie wird auch zum sozialen Belastungstest. Drei Helmholtz-Forscher erzählen, was das mit unserer Gesellschaft macht – und was wir daraus lernen können.

Die Welt befindet sich in einem großen gesellschaftlichen Experiment mit unklarem Ausgang. Welche Folgen haben die Einschränkungen des sozialen Lebens? Wie lange halten Menschen es aus, in einer Wohnung quasi eingesperrt zu sein? Mit welchem Argumenten kann man kleine Kinder von Gleichaltrigen fernhalten, wie Großeltern von ihren Enkelkindern distanzieren, ganze Unternehmen ins Homeoffice schicken?

Die Hirnforscherin Katrin Amunts vom Forschungszentrum Jülich hat sich intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Als stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates hat sie an dessen Stellungnahme zur Solidarität und Verantwortung in der Coronakrise mitgearbeitet. Sie betont: „Im Moment müssen die berechtigten Ansprüche und Interessen von Gruppen gegeneinander abgewogen werden. In der derzeitigen Ausnahmesituation entstehen enorme Belastungen, und grundlegende Normen und Ansprüche geraten fast zwingend miteinander in Konflikt.“ So entstehen etwa Konflikte zwischen dem grundsätzlichen Recht auf Freiheit und dem Schutz der Gesundheit des Einzelnen. Amunts sieht die Politik in der Pflicht, ausgleichend Sorge zu tragen, dass keine gesellschaftliche Gruppe unverhältnismäßig oder in nicht tragbarer Weise von den Einschränkungen betroffen wird.

Akzeptanz erhöhen und sagen, was man nicht weiß

Aus Amunts‘ Sicht wird die Bevölkerung die Einschränkungen nur dann akzeptieren, wenn die politisch Verantwortlichen die Gründe für ihr Handeln offen und umfassend kommunizieren. „Es muss darum gehen, auf Überzeugung zu setzen statt zu diktieren.“ Umso schwieriger, wenn der Feind noch relativ unbekannt ist. Das weiß auch Matthias Groß, Leiter des Departments Stadt- und Umweltsoziologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Sein Spezialgebiet ist das Nichtwissen, das in der Wissenschaft der größte Antrieb schlechthin ist. „Am Anfang der Coronakrise konnten wir beobachten, wie gut kommuniziert wurde, dass man vieles zum Virus und seinen Auswirkungen schlichtweg nicht weiß.“

Den gesamten Artikel können Sie hier einsehen:
Quellenangaben: https://www.helmholtz.de/gesundheit/wie-veraendert-die-coronakrise-unsere-gesellschaft/


Hier ein Vergleichsbeitrag der ebenso wie Helmholtz versucht die soziale Lage zu definieren und Lösungsansätze zu bieten. In meinen Augen ein glatter Fehlversuch!
Was sind soziale Folgen der Pandemie? Jan Paul Heisig im Interview.
Lesen Sie hier den Artikel:
Quellenangaben: https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/coronavirus/307702/soziale-folgen


Tipp:
Der Deutsche Ethikrat bietet eine tolle kleine Lektüre zum Thema:

SOLIDARITÄT UND VERANTWORTUNG IN DER CORONA-KRISE

Diesen kann man sich kostenlos unter diese Link downloaden:
https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Ad-hoc-Empfehlungen/deutsch/ad-hoc-empfehlung-corona-krise.pdf